Ich knirsche mit den Zähnen. Ist das eine Krankheit?

10. Februar 2020 | Duo Dental Zahntechnik

Zähneknirschen bleibt vom Betroffenen selbst meist unbemerkt, denn in der Regel passiert es während des Schlafens. Daher stört das Knirschgeräusch zunächst nur den Bettnachbarn. Doch schon bald können die Folgen auch für den Knirscher selbst sehr unangenehm werden. Muss das Knirschen behandelt werden?

Die Ursachen für das Zähneknirschen (Fachsprache: Bruxismus) sind vielseitig und komplex. Oft sind Stress oder andere psychische Belastungen der Auslöser. „Man beißt sich da so durch“, sagt der Volksmund und diese Weisheit trifft bei manchen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes zu. Was passiert? Wenn im Schlaf der Körper und das Bewusstsein runterfahren, presst und reibt der Betroffene unbewusst die Zahnreihen aufeinander. Die Anspannung des Tages wird quasi abgearbeitet. Grundsätzlich bedeutet Zähneknirschen also nicht automatisch, dass eine Zahnfehlstellung, ein falscher Biss oder eine Erkrankung der Kiefergelenke vorliegt. Vielmehr wird heute angenommen, dass emotionaler Stress der Hauptauslöser für das unangenehme und oft schädliche Knirschgeräusch ist.

Bruxismus kann stressbedingt sein

Zähneknirschen (in der Fachsprache auch Bruxismus genannt) kann also auch durch psychosoziale Stressfaktoren ausgelöst werden. Egal ob Jung oder Alt, Schule, Studium, Prüfung, Familie, Job … – alles, was Stress macht, kann zu Spannungszuständen führen. Auf starken Stress reagiert jeder Mensch anders, z. B. mit Magen-Darm-Erkrankungen, Bluthochdruck oder eben mit Zähneknirschen. Unter normalen, entspannten Bedingungen berühren sich die Zahnreihen nicht bzw. kaum; die Kaumuskulatur ist entspannt. Beim Zähneknirschen hingegen reiben die Zähne – oft mit einer hohen Kraft – aufeinander. Die Folgen dieser Überbelastungen sind u. a. abgenutzte Zähne, stark strapazierte Kiefergelenkte, überlastete Kaumuskulatur etc. Viele Patienten fühlen sich am Morgen nach der nächtlichen „Knirsch-Tortur“ schlapp, steif sowie geschafft und haben vielleicht sogar Kopf- oder Nackenschmerzen. Langfristig leiden nicht nur die Zähne, sondern der gesamte Kauapparat.

Weitere Ursachen für Zähneknirschen

Doch nicht nur Stress ist ein Auslöser für das Knirschen, auch Alkohol, Nikotin oder einige Medikamente (Psychopharmaka) können Ursache sein. Zudem sind unter Umständen die eigenen Zähne bzw. Kiefergelenke für das Knirschen verantwortlich. Ist beispielsweise eine Zahnfüllung zu hoch oder eine Zahnkrone bzw. Brücke nicht passgenau für den Biss erarbeitet, ist das Zähneknirschen eine Folge. Der Patient versucht dann im Schlaf unbewusst, das „Hindernis“ zu beseitigen. Bei kleinen Kindern bzw. im Milchgebiss kann Zähneknirschen übrigens völlig normal sein und hat biologische Gründe (Wachstumsprozess).

AVOSAX als Unterstützung für die Diagnostik

Um zu untersuchen, ob das Zähneknirschen eventuell vom Biss oder von erkrankten Kiefergelenken (CMD) ausgelöst wird, bedarf es einer speziellen Diagnostik. Der Zahnarzt unterscheidet hier zwischen der manuell-klinischen und instrumentellen Funktionsdiagnostik. Das moderne AVOSAX-System bietet hierfür einen einfachen, sicheren und völlig schmerzfreien Weg. Mit dem System können die Kiefergelenkbewegungen 1:1 ermittelt werden. Alle Bewegungsachsen der Kiefergelenke sind in die Messung einbezogen. Der Zahnarzt erfasst im Mund des Patienten die Bisslage und die dynamischen Bewegungen. Der Zahntechniker überträgt dies in ein Gerät (Bewegungssimulator) und kann hier alle Bewegungen der Kiefergelenke nachahmen. Etwaige Störstellen werden spätestens jetzt erkannt.

Zähneknirschen – was tun?

Ist die Ursache ermittelt, können Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Bei stressbedingtem Zähneknirschen ist der beste Rat wohl der schwierigste: Entspannen Sie sich! Versuchen Sie Stress nicht mit in den Schlaf zu nehmen. Yoga, Osteopathie, autogenes Training, Physiotherapie, Lockerungsübungen, Massagen – tun Sie sich was Gutes. Da chronisches Knirschen nur in seltenen Fällen von heute auf morgen verschwinden wird, ist eine Schutzschiene empfehlenswert. Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt, ob eine Schiene für Sie sinnvoll ist.

Fazit

Das Zähneknirschen selbst ist in den meisten Fällen keine Krankheit, sondern vielmehr eine Reaktion des Körpers auf äußere Umstände, z. B. Stress, Angst oder auch eine zu hohe Zahnkrone. Auf Dauer kann das Zähneknirschen starke Schäden auslösen, daher ist der Zustand auf jeden Fall zu beobachten.

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