CAD/CAM-Kunststoffe bzw. polymerbasierte CAD/CAM-Materialien für Zahnersatz

20. September 2019 | Duo Dental Zahntechnik


In der modernen prothetischen Zahnmedizin gibt es eine Vielzahl an Werkstoffen für Zahnersatz. Im Artikel vorgestellt werden polymerbasierte CAD/CAM-Materialien (Frästechnologie), die für unterschiedliche Indikationen infrage kommen.

Polymerbasierte CAD/CAM-Werkstoffe – vergleichsweise junge Materialien im Dentallabor – sind, einfach ausgedrückt, Kunststoffe. Mit der CAD/CAM-gestützten Fertigung hat diese Werkstoffgruppe wieder an Relevanz gewonnen, denn die Materialien haben einige Vorzüge.

Unterteilung der CAD/CAM-Kunststoffe

Im Bereich der provisorischen Versorgungen werden PMMA-Materialien (Polymethylenmethacrylat) verwendet. Zudem kann Polycarbonat (z. B. für Funktionsschienen) in diese Gruppe eingeordnet werden. Für das Herstellen definitiver Restaurationen dienen Komposite oder polymerinfiltrierte Keramiken (PICN, Polymer-Infiltrated-Ceramic network). Zu den polymerbasierten CAD/CAM-Werkstoffen gehören auch Thermoplaste aus der Familie der Polyaryletherketone (PAEK). Verarbeitet werden im Dentalbereich Polyetheretherketone (PEEK), Polyetherketonketone (PEKK) sowie Arylketonpolymere (AKP).

Vorteile gegenüber konventionellen Materialien

Da CAD/CAM-Rohlinge industriell gefertigt werden, ergeben sich einige Vorteile; auch bei den sogenannten „Kunststoffen“. Die industrielle Fertigung führt zu optimierten mechanischen Materialeigenschaften. Auch der Restmonomergehalt ist auf ein Minimum gesenkt. Zudem ergeben sich die aus der CAD/CAM-Technologie bekannten Vorzüge (digitaler Workflow, hohe Präzision, einfache Reproduzierbarkeit).

Indikationen

Indikationen für polymerbasierte CAD/CAM-Werkstoffe sind temporäre Restaurationen (z. B. Provisorien, Schienen), definitive Restaurationen (z. B. Inlays, Kronen, kleine Brücken), Hilfsstrukturen (z. B. Modelle, Bohrschablonen), Prothesenbasen und Prothesenzähne. Die CAD/CAM-Fertigung kann subtraktiv (Frästechnologie) und additiv (3D-Druck) erfolgen, wobei nachfolgend der Schwerpunkt auf den subtraktiven Werkstoffen liegt.

  • PMMA-Kunststoffe: temporäre Restaurationen (Kronen, Brücken bis zu zwei Zwischengliedern), Schienen, Prothesenzähne, Prothesenbasis
  • Komposite: festsitzender Zahnersatz (Kronen, Inlays, Onlays)
  • Polymerinfiltrierte Keramiken: festsitzender Zahnersatz (Kronen, Inlays, Onlays)
  • Thermoplaste (PAEK): herausnehmbarer und festsitzender Zahnersatz

Einsetzen und Befestigen

Beim sicheren Befestigen im Mund gilt es einige Besonderheiten zu beachten. Provisorische festsitzende Restaurationen werden mit temporären Zementen befestigt und Langzeitprovisorien adhäsiv eingegliedert. Für Versorgungen aus Komposit werden adhäsive Befestigungskomposite verwendet. Einzig Restaurationen aus polymerinfiltrierten Werkstoffen können mit selbstadhäsiven Materialien eingegliedert werden. Grundsätzlich sollten zur Reinigung vor dem Befestigen keine alkoholhaltigen Substanzen verwendet werden.

Fazit

Polymerbasierte CAD/CAM-Materialien bereichern das Angebot an Zahnersatzmaterialien. Zu beachten ist immer das indikationsspezifische Vorgehen in Labor und Praxis. Für weiterführende Informationen können Sie das Team von Duo Dental Zahntechnik kontaktieren.

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